Donnerstag, 13. August 2015

Home Sweet Home

Hostelleben


"Sag mal, wie wohnt Laura jetzt eigentlich?" "...ja gute Frage! Laura! Wie wohnst du denn jetzt eigentlich, erzähl mal!"

Soll ich?

Soll ich wirklich?

5.15 Uhr der Wecker weckt mich und Finni, die im Bett neben mir schläft gleich mit. Abwechselnd schlürfen wir ins Bad und versuchen uns irgendwie wach zu bekommen und uns nicht im Halbschlaf den Kajal ins Auge zu schmieren.

5.50 Uhr Frühstück. Christin, die Hostel Tannie ist bereits seit vier Uhr wach und kocht Brei für die Kinder und deckt die Tische. Finni und ich frühstücken warmen Brei mit Sirup, Marmelade oder Zucker oder es gibt Toast mit Erdnussbutter. Die ist hier unvermeidlich und wird zu jedem Essen irgendwie dazu konsumiert. Sicher habe ich in den zwei Wochen hier schon ein ganzes Glas vertilgt von dem fetten Zeugs. Lecker, aber meiner Figur nicht gerade zuträglich. Dazu gibts heißen Rooibush Tee. Der kommt direkt aus Südafrika und schmeckt tausendmal besser als der aus Deutschland.

6.30 Uhr der Bus zur Schule verlässt das Haus. Wir hinten drin, zusammen mit einer Ladung lärmender Jugendlicher. Die Fahrt dauert nur 2 Minuten. Theoretisch könnten wir auch laufen. Aber die Namibianer fahren ja alles mit dem Auto.

6.50 Uhr die Schüler und Schülerinnen trudeln langsam ein und werden mit einem "Goeie more" begrüßt. Gleich danach ist kurze Lehrerkonferenz und um sieben Uhr ist Unterricht.

10 Uhr die Pausenglocke wird per Hand geläutet. An die Kinder und Lehrer wird Chips, Süßes, kalte Getränke und frittierte Krapfen mit einer lecker gewürzten Hackfleischfüllung verkauft. Generell ist alles besser gewürzt, also stärker als in Deutschland. Natürlich anders aber von lasch gesalzenem Mensaessen kann man hier nur träumen.

12.30 Uhr Schule aus, wir gehen nach Haus! Nadine die andere Hostel Tannie kutschiert alle Kinder, inklusive uns wieder zurück. Das Mittagessen von Christin steht bereits dampfend auf dem Tisch. Grundsätzlich gibts immer Fleisch, davon gibt es dann unterschiedliche Variationen. Eine kleine Auswahl der Mittagessen: Chicken frittiert mit Reis und Soße, Rind mit Reis und Kartoffelbrei, Geflügel mit Nudeln.., Ihr seht, wahnsinnig unterschiedlich esse ich hier nicht. Gemüse und Milchprodukte sind unwahrscheinlich teuer weil das meiste aus Südafrika importiert werden muss und die Steuern darauf schweineteuer sind. Fleisch gibt es günstiger, also ist das Hauptnahrungsmittel der Namibier. Ein großes Problem habe ich damit nicht. Ich bin "a Frangge" und deshalb macht mir Fleisch jetzt nicht gerade was aus. Aber als Vegetarier hast du in Namibia verloren.
Nachtisch gibts nur Mittwochs am "puddingday". Letzten Mittwoch gab es Kuchen mit einer Karamellsoße in die ich gerne hinein geklettert und dort geblieben wäre.

14.00 Uhr die Kinder haben jetzt study time und wenn wir nicht gerade Hostel Dienst sind (das wechselt sich jede Woche ab) machen wir jetzt ein Nachmittagsschläfchen. Während die Kinder Hausaufgaben machen ist das die beste Zeit, denn es ist endlich still :D

15 Uhr bis 17.30 die Kinder haben jetzt Freizeit und da sie nur mittwochs in die Stadt dürfen (ihr merkts, die Mittwoche sind super!) beschäftigen sie sich irgendwie anders. Ballspiele, Kartenspiele, die Tannies und uns ärgern usw. Finni und ich verbringen meist auch etwas Zeit mit den Kiddies. Sie sind alle total lieb und freuen sich wenn wir ihnen etwas Aufmerksamkeit schenken.

17.30 Uhr es gibt ein kleines Abendessen. Zum Beispiel Rindseintopf oder Mac and Cheese. Dazu, wie immer, Erdnussbuttertoast. Wahlweise gibt es auch ein Zeugs namens "Marmite". Es schmeckt total grauslich und besteht aus Fleisch und Gemüseextrakten. Von der Farbe her wie Erdöl.

19 Uhr study time again. Zurzeit haben wir Freizeit, das wird sich wahrscheinlich ändern sobald wir richtig unterrichten müssen. Dann bereiten wir zu dieser Zeit wahrscheinlich unsere Stunden vor.

21 Uhr für die Kinder ist jetzt Bibelstunde. Die Schule und damit auch das Hostel sind sehr christlich ausgerichtet. Vor dem Essen und dem Unterricht beten alle und abends gibts dann eben noch eine Bibelstunde. Bis jetzt waren wir aber immer so müde, dass wir bereits ins Bett sind. Und hier endet der Hosteltag.

Internet gibts nicht. das Wasser ist nur ab vier Uhr warm (da es durch einen Ofen beheizt werden muss), durch unser Bad zieht sich eine Ameisenstraße und der Fußboden besteht nur aus dem Estrich. Dafür sehen wir exotische Vögel, die in den Palmen sitzen, wenn wir aus unserem Fenster sehen, der Hostelhund Daisy lässt sich immer gerne steicheln, die Kinder sind absolut lovely, das Essen lecker und unsere Wäsche wird gewaschen und unser Zimmer jeden Tag geputzt. Es hat alles seine Vor und Nachteile. Entscheidet selbst ob ihr so leben könntet. Ich fühle mich auf jeden Fall sehr wohl :)

Ach ja Bilder habe ich versprochen, und hier sind sie:




Montag, 10. August 2015

Agri College Grootfontein



Pari Passu - Gleichrangig


Gleichrangig, ein schönes Motto für eine Schule wie ich finde. Und genau dieses Eindruck habe ich auch in den paar Tagen die ich hier jetzt schon bin, sammeln können. Die Schule hat nicht wahnsinnig viele Schüler. Aber jeder ist wichtig! An sich ist die Schule eine Privatschule. Da sich das Schulgeld aber nicht alle leisten können, gibt es auch Stipendien, was ich sehr schön finde. Oben seht ihr auch das schmucke Wappen der Schule, das auch auf allen Uniformen hier prangt. Demnächst will ich mir unbedingt auch noch eine Trainingsjacke mit dem Schullogo zulegen. Ich gehöre jetzt schließlich irgendwie auch dazu :)

Wie bereits erwähnt, ist die Schule noch sehr neu. Es gibt sie erst seit etwa 5 Jahren. Untergebracht ist sie in einem echt schönen Gebäude. Nebenan ist gleich das Museum von Grootfontein (so die einzigste Attraktion hier). Es gibt hier einen Kindergarten, die Grundschule und die weiterführende Schule, die bis zur 12. geht. Die Schule hat etwa 140 Schüler und 18 Lehrer. Die Schüler verteilen sich auf 8 Klassen, das bedeutet, es gibt nicht für jede Grade eine eigene Klasse, sie sind teilweise zusammengefasst.

An sich alles nichts besonderes, das könnte es so auch in Deutschland geben. Aber wir wären nicht in Afrika wenn es da nicht doch so einige Unterschiede gibt. Am auffälligsten ist zu Anfang natürlich die vorgeschriebene Schuluniform, die in Deutschland ja eher nicht so populär ist. Die Schuluniform hier ist rot, blau. Die Schule neben an (eine staatliche) hat braun, grün. Und so ist es einfach die Schüler der Schulen zu unterscheiden. Wie der Name schon verrät wird hier auch viel über Agri Culture, also Landwirtschaft gelehrt. Viele der Eltern der Schüler sind Farmer aus der näheren und weiteren Umgebung. Alle sind furchtbar nett und wir werden mit "Miss" oder "Teacher" angesprochen. Auch unsere Kollegen sind, wenn auch etwas Auskunftsfaul, sehr freundlich und hilfsbereit. Und da es halt Namibia ist gilt den einen Tag mal das und des anderen Tag was völlig neues. Von alleine wird einem hier nichts gesagt. Welche Klassen und Fächer wir übernehmen müssen oder wie der Unterricht abzuhalten ist das müssen wir irgendwie so rausfinden und immer wieder mühsam nachfragen. Bis heute morgen etwa, waren wir der festen Überzeugung, dass wir Geschichte (ja namibische Geschichte, wovon ich ungefähr so viel Ahnung habe wie ein Mann vom Kinder kriegen) in den Klassen 8+9 unterrichten müssen. Aufgrund dieser Info haben wir schon unseren Unterricht vorbereitet. Tja, gerade erfahren wir, dass wir History in den Klassen 5, 6 und 7 unterrichten sollen. Schöner Mist und doppelte Arbeit für uns!
Ansonsten sind hier alle furchtbar Sportbegeistert. Und wenn ein Netzball oder Rugby Match ansteht, ist Schule erstmal zweitrangig. Die Direktoren der Schule trainieren natürlich gleichzeitig auch das Rugby Team der Schule. Noch so ein witziges Thema, der Principal. Sein Name sei Hank, hatte man uns gesagt. Da es schwierig ist sich auf einmal so viele Namen zu merken, kannten wir noch nicht alle aus dem Kollegium. Ein junger Lehrer, der uns einiges über Rugby erzählt hat war auch unter jenen, dessen Namen wir noch nicht wussten. Immer wieder war die Sprache von Hank und wir waren verwirrt. Hank war doch der Direktor. Freitag, endlich hat man uns dann aufgeklärt, dass es zwei Hanks gibt. Den Principal und den jungen Lehrer. Und dann die Krönung, der junge Hank ist der Sohn vom alten Hank. Diese späte Erkenntnis sorgte natürlich für Erheiterung im Lehrerzimmer. Tja, wie gesagt, von alleine wird einem hier nie was erklärt.

 Freitag habe ich Aufsicht während des Bio Exams gemacht und auch davor in der study time. Die Schüler sind genauso wie die deutschen Schüler: erstmal die Grenzen der neuen Lehrerin austesten. Aber bei mir gibts keine Sperenzien, bei mir wird gearbeitet und nicht getuschelt!




Donnerstag, 6. August 2015

Großstadtabenteuer Grootfontein

Von einem neuen Zuhause und Schule, wie wir sie noch nicht erlebt haben



Jetzt sind schon einige Tage seit meinem letzten Post vergangen und ich habe viel erlebt! Dieser Eintrag wird also von unserer Fahrt von Windhoek nach Grootfontein handeln, von den ersten Eindrücken hier, den ersten Schultagen und den absolut lovely Kids.

Montag war unser letzter Tag in WHK, die Sonne über der Stadt gab noch einmal ihr bestes als wir uns, mit unserem, scheinbar Unmengen an Gepäck auf dem Weg zur Bushaltestelle machten. Um Geld zu sparen hatten wir uns überlegt statt ein Shuttle zu buchen, einfach mit dem Taxi zu fahren. Das ist hier wirklich billig, kostet pro Person 10 NAD (umgerechnet weniger als ein Euro) für eine Strecke und die Namibier bzw. Windhoeker fahren fast jede noch so kleine Strecke damit. Deshalb fahren davon auch so viele auf den Straßen. Andauernd wird man angehupt, was so viel bedeutet, dass das Taxi frei ist. Fährt man mit, hält das Taxi immer wieder und nimmt noch mehr Personen mit. Da das scheinbar so einfach ist, dachten wir uns, könnten wir so also auch zum Bahnhof kommen. Weit gefehlt leider. Als wir mit unserem Gepäck draußen standen, hupte keiner. Und auch auf Winken wollte keiner Halten. Mit Gepäck waren wir anscheinend nicht attraktiv genug als Arbeitgeber. Da wir aber Zeitdruck hatten brauchten wir unbedingt eins der Taxen. Der Weg war an sich nicht weit aber mit Koffer, Tasche und Rucksack unbewältbar in der Zeit. Irgendwann konnten wir an einem "Taxistand" doch eins überreden uns mitzunehmen. Leider war es schon fast voll und unser Gepäck passte nur gerade so rein. Zu dritt mit Taschen hinten rein gequetscht wurde es der einen Dame dann zu viel und sie entschied sich wutentbrannt mit afrikanischem Temperament doch auszusteigen. So konnten wir letztendlich doch rechtzeitig zur Bushaltestelle kommen.

Fahren wollten wir die lange Strecke, fast 6 Stunden, mit dem Intercape Liner. Das ist ein riesiges Busunternehmen das mit Bussen durch Namibia, Süd Afrika, Botswana usw. fährt. Die Busse haben einen gewissen Komfort, sind klimatisiert und vorallem sicher. Das war uns wichtig, wegen unserem Gepäck. Witzig wars trotzdem irgendwie, währenddessen lief nämlich ununterbrochen eine Dauerwerbesendung für das angeschlossene christliche Missionsunternehmen der Buslinie. Sprich Gospel und Predigten am laufenden Band. Und keiner der Mitfahrer schaute hin, alle schliefen :D sehr sinnstiftend.


Abends kamen wir in Grootfontein an. Mitarbeiter des Hostels holten uns ab und wir sahen zum ersten Mal unsere Unterkunft für die nächsten Monate. Das Hostel ist eine, an die Schule angeschlossene Unterbringung für Kinder deren Eltern zu weit weg wohnen. Etwa 30 Kinder leben hier mit den zwei Tannies Nadine und Christin auf einem kleinen Gelände mit Garten. Auch wir leben hier. Finni und ich teilen uns ein Zimmer und Bad. Gekocht, geputzt und gewaschen wird auch für uns. Sodass es echt Luxus ist. Trotzdem waren wir erstmal etwas niedergeschlagen. Die Häuser hier sind eben doch nicht ganz mit allem Komfort ausgestattet wie in Deutschland. Auch diese Erfahrung gehört dazu zu unserem Abenteuer. So haben wir keinen Fußboden, nur blanken Stein z.B. die Kinder müssen auf engstem Raum schlafen und unsere Dusche ist eine Badewanne nur mit Hahn ohne Duschschlauch. Aber mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt und haben es uns schön gemacht. Auch einige selbst gemalten Bilder von Kindern haben schon ihren Weg an die Wand gefunden. Bilder folgen!

Der nächste Tag ging sehr früh los. Alles startet hier eher. Aufstehen müssen wir bereits kurz nach fünf, was furchtbar hart für mich als Studentin ist :D Frühstück ist um zehn vor 6 und um kurz nach 7 gehts auf zur Schule. Diese startet um zehn vor 7 mit einer Lehrerkonferenz und um Sieben Uhr für richtig. Mit den Zeiten ist man hier aber relativ flexibel, bis zehn nach 7 sitzen noch alle Lehrer zusammen und tratschen. Hier haben wir auch Internet und so konnte ich diesen Post überhaupt verfassen.

Noch ein paar Infos zur Schule: Das Grootfontein Agri College ist erst vor etwa 4 Jahren gegründet worden als Privatschule. Sie umfasst Kindergarten mit Grundschule und weiterführende Schule. Die Klassen sind teilweise zusammengefasst und sind daher nicht sehr groß. Die unterschiedlichsten Kinder gehen hier zur Schule und alles sieht noch sehr neu aus. Auf dem Gelände ist auch das Museum von Grootfontein (eine der wenigen Attraktionen hier).


Zurzeit ist Examenszeit. Das bedeutet alles läuft etwas anders und wir haben noch nicht so viel zutun. Bis nächste Woche. Dann sind Ferien und danach startet hier der dritte Term und unsere Arbeit geht los. Wie das genau aussehen wird schreibe ich mal wann anders. Der Post sprengt jetzt schon jeden Rahmen.

Auf jeden Fall ist alles hier etwas entspannter. Schule geht bis halb eins. Danach werden wir von unserer Tannie wieder zum Hostel gefahren und Christin tischt uns leckerstes namibisches Essen auf. Deftig mit viel Fleisch. Abnehmen werde ich hier definitiv nicht! :D
Dadurch, dass wir mit den Kindern im Hostel leben ist immer Trubel um uns rum und daran müssen wir uns auch erstmal gewöhnen. Nachmittags zwischen 2 und 3 und abends zwischen 7 und 9 müssen die Kids Hausaufgaben machen und lernen. Da haben wir etwas Ruhe und können auch ein kurzes Nickerchen machen :D

Wir versuchen schon einiges mit den Kiddies hier zu machen aber es sind so viele und sich 30 Namen einzuprägen ist eine riesige Herausforderung. Dienstag waren wir mit den Jungs beim Rugby. Der populärste Sport hier, vergleichbar mit der Begeisterung für Fußball in Deutschland. Ganz durchgestiegen bin ich durch die Regeln noch nicht aber in ein paar Wochen ist Weltmeisterschaft und dann gucken wir hier alle gemeinsam.
Gestern war City Day, da ist es den Kids erlaubt in die Stadt zu gehen. Wir sind mit und haben uns alles zeigen lassen.
Ja, das ging in zwei Stunden. Grootfontein könnte man auch Stadt der kurzen Wege nennen. Drei Supermärkte, eine Mini Mall, ein paar Klamotten Läden, zwei Tankstellen, eine Bar und das wars schon fast. Dazwischen viel Staub und Sand.
Sandig ist hier sowieso alles. Ständig muss man sich die Hände waschen weil sie staubig sind. Obwohl es heißer sein sollte als in Windhoek friere ich trotzdem ständig und mir gehen langsam meine langen Sachen aus.

Die Tage sind vollbepackt und noch etwas anstrengend. Ich hoffe, am Wochenende etwas mehr von der Umgebung zu sehen und etwas zur Ruhe zu kommen. Wir werden sehen. Viel Unterricht müssen wir ja auch noch vorbereiten.

Das wars erst einmal von mir aus Grootfontein. Habt ihr eigentlich Fragen? Themen die euch interessieren? Schreibts mir gerne in die Kommentare!

Sonntag, 2. August 2015

Horse riding Tour

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde...oder so ähnlich




Das Wochenende ist voll gepackt mit vielen glücklichen Momenten. Heute haben meine Praktikumspartnerin und ich, eine Reittour unternommen. Wieder wurden wir am Hostel abgeholt und mit dem Auto zu einer wirklich charmanten Farm in der Nähe von Windhoek gebracht. Elisenheim, glaub ich. Auf der Farm, zu der ein riesiges Gelände gehört, gabs einige, schöne Pferde. Nach einer kurzen Einführung durch unsere englische Reitlehrerin gings auch schon los ins Gelände. Man muss dazu sagen, ich reite zum ersten Mal und ich hatte echt großen Respekt vor dem riesigen Pferd. Aber die Geschwindigkeit war gemächlich, das Pferd war genauso faul wie ich :D

Das Gelände war sehr hügelig und so ging es so manches Mal rauf und runter mit dem Pferd. Behaltet da mal die Balance! Aber bei dem gemächlichen Tempo konnte man die wunderbare Landschaft genießen, die sich links und rechts vom manchmal breiten, oftmals schmalen Weg, erstreckte. Zwischendurch konnten wir einige Tiere beobachten, z.B. Paviane und auch einen schwarzen Schakal.

Irgendwann meinte Sam, unser Tourguide, dass wir nun ja mal Trab ausprobieren könnten. Jaaaa, das Problem war, dass das mein Pferd anscheinend nicht so wollte. Oder ich war zu doof es dazu zu animieren. Wahrscheinlich eher Zweiteres. Aber ich muss auch sagen, das langsame Tempo gefiel mir eh viel besser. Bei mir ist es immer das Selbe. Alles mögliche will ich ausprobieren und oft bin ich dann doch eine Schisserin.

Gegen Ende der Tour und nach unzähligen Versuchen wollte mein Pferd dann doch traben. Holy Moly, war das ein Auf und Ab. Ich hatte so Angst herunter zu fallen! Und plötzlich hatte mein Pferd auch von alleine Lust, alle Hügel in Affentempo hinauf und hinter zu brettern. Ihr könnt euch vorstellen wie froh ich war endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren :D

Fazit: Es war eine super schöne Tour, aber eine geborene Reiterin bin ich sicherlich nicht!




 Morgen Mittag gehts dann endlich nach Grootfontein und dort wird es dann noch heißer sein. So 28 Grad und nachts natürlich die unvermeidlichen vier Grad. Das Problem wird die Luftfeuchtigkeit sein, in Windhoek lag sie bei nur 10 % und das hat man daran gemerkt, dass man ständig die Hände und die Lippen nachfetten musste. Die Luft die man atmet ist so trocken, dass irgendwann auch deine Nase zu brennen anfängt. In Grootfontein wirds dann wieder so feucht sein, dass man ununterbrochen schwitzt. Naja, wir werden es sehen und ich werde berichten!

Ich hoffe euch gefällt mein Blog bisher und ihr findet es interessant :) Einige haben mir schon ein Kommentar dagelassen, die anderen sind eingeladen auch ihre Meinung kund zu tun. Ansonsten euch eine tolle Woche <3

PS: Gestern habe ich Krokodil-, Kudu, Oryx, Springbock- und Zebrafleisch probiert, alles sehr lecker! Namibia ist eben Fleischland...

Samstag, 1. August 2015

Zebra Crossing Tour

Achtung Tiere kreuzen!


Die Luft glitzert vor meinen Augen als ich in den Wagen steige. Der Tourguide erzählt uns, dass das am Glimmerschiefer liegt, den es überall um Windhoek gibt. Unter der Morgensonne Namibias bahnt sich der Wagen, der nur bedingt fürs Gelände geeignet ist seinen Weg auf der sandigen Piste. Plötzlich ruft jemand von uns: "Da, eine Giraffe!" Tatsächlich, und es ist nicht nur eine sondern eine ganze Familie mit einem Jungen. Wir steigen aus und machen Fotos. Die Giraffen sind nur den Hang runter und nicht weit von uns entfernt. Später werden wir ihrer Art wieder begegnen. Noch näher. Nur etwa fünf Meter vom Wagen entfernt. Die Giraffe guckt perfekt in unsere Richtung, in unsere Kameras, die durch das Wagenfenster nach außen schauen. Der Weg führt uns weiter zu einer Lodge. Ein kleines Paradies mit Bungalows und Pool direkt in der Steppe Namibias. Ab hier gehts zu Fuß weiter den "Wag'n Bietjie" Weg, was so viel heißt wie "eine Weile verweilen". Den Weg entlang wird es immer wieder die verschiedensten Dornenbüsche geben, bleiben wir mit unserer Kleidung hängen, so müssen wir einen Weile verweilen. Sehr passend. Als erstes sehen wir verschiedene Vögel. Ihre Nester hängen rund gebaut in den Kronen der Akazien. Sie haben zwei Eingänge. Nur das Nest in dem gebrühtet wird hat nur einen Eingang, damit es die Eier nicht hinaus weht. Im Laufe der Wanderung sehen wir einen alten Damara Friedhof, schroffe Felsen, ein ausgetrocknetes Flussbett und genießen die eingehende Stille der Umgebung. Man hört nur das zwitschern exotischer Vögel und den Wind. Diese Stille kennt man aus Deutschland nicht. Hinzu kommt der atemberaubende satt blaue Himmel, der den Eindruck erweckt als ob wir uns in einer Glaskugel befinden und Gott nur einmal schütteln müsste um den trockenen Sand Namibias aufzuwirbeln. Obwohl die Tour "Zebra crossing" heißt sehen wir leider keiner der schönen Tiere. Dafür haben wir für einige Minuten einen weiteren Wanderpartner: einen männlichen Vogel Strauß, der es sich einfach macht und ebenfalls den breitgetretenen Wanderpfad nutzt. Trotzdem sollen wir vorsichtig sein, seine Beine sind pink, was darauf hin deutet, dass seine Familie Junge hat und deshalb aggressiv zutreten würde, sollte er sie bedroht sehen. Unser deutscher Tourguide, der bereits 60 Jahre in Namibia und Süd-Afrika lebt, erwähnt ebenfalls, dass Namibia Schlangenland ist und wir immer auf dem Weg bleiben sollen. Irgendwann kommen wir an unserem Ziel, einem Wasserloch an. Leider sehen wir nur zwei Springböcke die schnell das Weite suchen als wir uns nähern. Später fahren wir noch mit dem Wagen einen 4x4 Weg. Das Auto ist eigentlich nicht dafür gedacht und so wird es sehr ruppig. Außer den Giraffen, sehen wir nur ein Onyx Junges das unter einem Busch sitzt und uns angstvoll anschaut als wir mit dem Wagen halten. Doch auch wenn wir keine Zebras sehen, so werden wir von einem Hügel mit einem fabelhaften Ausblick auf Windhoek und auf die Berge belohnt, die Windhoek einkreisen. Nach einigen Stunden geht es wieder in unser Hostel zurück. Was bleibt, ist eine eindrucksvolle Erinnerung!

Und falls ihr euch das bildlich nicht vorstellen konntet, hier noch einige Schnappschüsse meinerseits: